Die Flora

Im Jahr 2015 konnten 899 verschiedene Arten von Pflanzen, Pilzen und Flechten in den Marais du Vigueirat identifiziert werden. Unter ihnen finden sich 567 Pflanzenarten, von denen 41 einen Schutzstatus oder naturerblichen Wert haben.

Bedrohte Arten oder solche, die einen besonderen Wert innerhalb des Naturerbes haben

Queller

Bestimmte Pflanzen sind charakteristisch für die salzigen Milieus, wie die Salzwiese: Die Sode sueda vera, die für die Marseille-Seife verwendet wird oder der Queller (salicorna).

Die Mehrheit der naturerblich interessanten Pflanzen sind Arten der Feuchtgebiete. Da die Ausdehnung dieser Milieus in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen ist, sind auch die Vorkommen dieser Pflanzen zurückgegangen und werden bedroht – besonders auf regionaler Ebene.

Die Callisrtichia lenisulca ist zum Beispiel eine sehr seltene Pflanze, die vor kurzem hier gefunden wurde, aber nicht geschützt ist. Sie ist in Frankreich ausschließlich in manchen Teilen des Küstengebiets am Atlantik und dem Mittelmeer verbreitet (vier Orte in der Camargue und der Crau). In den Marais du Vigueirat gibt es mehrere Punkte, wobei die Erhaltung dieser Art auf nationaler Ebene Wichtigkeit hat.

Ca. 10 Orte mit mehr als 100 Exemplaren des ZungenHahnenfußes sind aktuell auf Höhe des Bois du Laget bekannt. Diese große mehrjährige, semi-aquatische Pflanze ist in der Region Provence-Alpes-Côte d´Azur gegenwärtig vom Aussterben bedroht und sein Vorkommen in den Marais du Vigueirat ist das Letzte bekannte in der Region. Die Pflanze wird überwacht und ihr Fortbestand wird notwendigerweise unterstützt.

 

Scorzonera parviflora

kleinblütige Schwarzwurzel

Viele weitere interessante Pflanzen sind in den Kanälen und den ständig Überschwemmten Milieus im Süßwasser beheimatet. Es handelt sich hierbei um den großen Merk, die Wasser-Sumpfkresse oder den Sumpf-Ziest.

Die temporär überschwemmten Tümpel sind auch Lebensraum für manche bedeutenden aber verbreiteteren Arten, wie die kleinblütige Schwarzwurzel (Scorzonera parviflora). Der Bestand dieses Korbblütlers geht in Frankreich stark zurück. Er konzentriert sich auf die Departments Bouches du Rhône, Gard und Herault. Vor ungefähr zehn Jahren noch sehr viel weniger verbreitet, lässt sie sich heute an sechs verschieden Orten innerhalb des Gebiets beobachten. Man zählt ca. 60 Exemplare. Sie wächst in offenen Milieus und braucht viel Licht für ihr Wachstum.

Der Bestand des Meerersrausch (Juncus maritimus) könnte einer der Gründe für das Zurückgehen des Bestands sein. Das Weiden von Tieren kann den Zurückgang begünstigen, da die kleinblütige Schwarzwurzel beim Vieh beliebt ist. Der Meeresrausch hingegen wird vom Vieh nicht gefressen.

 

Nivéole d'été

Sommer-Knotenblume

Die Galeriewälder sind ein kühler und schattiger Lebensraum für Pflanzen wie das Spargelgewächs Asparagus maritimus, das Hornkraut cerastium siculum oder die Herbst-Drehwurz (Spiranthes spiralis). Das Vorkommen des Tännelkrauts Kickxia commutata ist noch nicht abschließend bestätigt.

 

Jussie

Heusenkraut

Invasive Arten

Es wurden mehrere exotische und invasive Arten im Naturschutzgebiet identifiziert. Es wurden 13 Arten gezählt. Unter diesen: Das großblütige Heusenkraut (Ludwigia grandiflora) und Ludwigia peploides, baccharis halimifolia, sowie das amerikanische Pampagras (Cortaderia selloana), die seit einigen Jahren aktiv im Naturschutzgebiet bekämpft werden.