Wasserwirtschaft

Die Wasserzufuhr des Standorts besteht aus der natürlichen Komponente durch Niederschläge und der künstlichen Komponente durch die Wasserentnahme aus dem Kanal du Vigueirat, sowie den Pumpstationen am Kanal d’Arles à Bouc.

Beschreibung des Gewässersystems

Le Cabanon du Rendez-vous, sur les Marais du Vigueirat © Gérald Malignon

Le Cabanon du Rendez-vous, site du Ligagneau, avec passage d’une roubine © Gérald Malignon

Das Gewässernetzwerk hat sich im Laufe der Zeit stark verändert. Es setzt sich aus einem Zusammenspiel aus Bewässerungskanälen und Entwässerungskanälen zusammen. Diese Kanäle werden lokal „roubines“ genannt und erlauben die Wasserzirkulation und ein Ensemble aus Wasserbecken, die durch ein Netz aus Deichen voneinander getrennt werden. Der Durchlass oder das Zurückhalten des Wassers eines Kanals in einen anderen oder von einem Kanal in ein Wasserbecken läuft über die manuelle Öffnung und Schließung von Schleusen.

 

Die Wasserversorgung der Marais du Vigueirat erfolgt hauptsächlich durch Gravitation und funktioniert dank zweier Wasserentnahmestellen zur rechten Uferseite des Kanals du Vigueirat. Eine davon liegt am „Etourneau“ im Norden des Geländes, die andere am „Ligagneau“ weiter südlich. Bei manchen Becken ist die Wasserzufuhr durch Gravitation aufgrund der Höhe und der Strukur der Deiche nicht möglich. Es wurden also vier Pumpstationen eingerichtet. Zwei davon liegen am linken Ufer des Kanals d’Arles à Bouc, am „Etourneau“ und „Ligagneau“ und zwei am rechten Ufer des Kanals du Vigueirat am „Cassaïre“ und bei „Petite Forêt“.

Bei anderen Abschnitten des Standort ist die gesamte Bewässerung unmöglich (Fehlen von Wasserentnahmestellen oder Pumpstationen) oder nicht kontrollierbar aufgrund des schlechten Zustands der Dämme.

Auch die Entwässerung des Standorts erfolgt hauptsächlich durch Gravitation. Hierfür sind zwei Wasserablässe am Kanal d’Arles à Bouc am „Etourneau“ und „Ligagneau“ liegend, vorhanden.

 

Die Hauptausrichtungen der Bewässerung

Vier Hauptparameter beeinflussen die feuchten Gebiete der Camargue: die klimatischen Faktoren, der Boden, das Vorhandensein von Wasser und die Beweidung. Der Betreiber der Marais du Vigueirat kann mithilfe zweier agieren: Wasser und Beweidung. Dabei stellt das Wasser einen wesentlichen Teil der Unterhaltung dar.

Survol Étourneau nord

Survol Étourneau nord

Durch die Klassifizierung des Standorts zum „Conservatoire“, ist für die Wasserverwaltung die Nutzung des Ensembles der Hydrauliksysteme erforderlich, um die Zusammensetzung der Milieus zu erhalten. Obwohl es ein Eingreifen in die Natur ist, erfolgt die Wasserverwaltung so gut es geht in Übereinstimmung mit dem natürlichen Klimazyklus des Mittelmeers und seinen Bedingungen (Trockenheit im Sommer, Unregelmäßigkeit der Niederschläge…). Dies dient dazu, die hydrologische Funktionsweise des ehemaligen Deltas vor der Eindeichung der Rhône (Hochwasserperioden) zu imitieren, um den natürlichen Charakter des Mittelmeers zu erhalten.

Die Zielsetzung der Wasserverwaltung sind an den Pegel von jedem Becken gebunden, welche je nach natürlichem Reichtum die Art der menschlichen Nutzung festlegen (Viehzucht, Anwesenheit der Öffentlichkeit, wissenschaftliche Forschung…). Auch andere Faktoren wie die Klimabedingungen, mögliche Arbeiten… können die Wasserverwaltung beeinflussen.

 

Zyklus der Wiedervernässung

Die künstliche Wiedervernässung des Standorts erfolgt im Wesentlichen von Oktober bis April. Diese Periode enspricht den früheren Hochwassern der Rhône vor der Eindeichung. Das Datum der Auffüllung der Becken erfolgt meist gleichzeitig mit den starken Regenfällen, die häufig während dieser Periode, spätestens Anfang Oktober, stattfinden. Die Wasserentnahmestellen bleiben daraufhin den ganzen Winter geöffnet, in Übereinstimmung mit der Sicherheit der Siedlungen und Infrastrukturen. Die Nordschleuse des Etourneau nährt die temporären Feuchtflächen und wird anschließend in der ersten Maiwoche geschlossen, während die Südschleuse des Ligagneau die halbdurchlässigen Feuchtgebiete nährt und später, im Juli, geschlossen wird. Für die letzteren wurde eine Kontrollmaßnahme von März bis Juli realisiert, um den Wasserpegel höher zu halten und zu verhindern, dass die Flächen zu sehr austrocknen. Im Anschluss an die Schließung der Wasserentnahmestellen, erfährt ein großer Teil des Standorts eine allmähliche Austrocknung, die von Becken zu Becken variiert, je nach Topographie und der Zusammensetzung des Bodens. Außerdem beeinflussen die Niederschläge von Mai bis September stark die Dauer der sommerlichen Trockenheit. Die zeitlichen und quantitativen Unregelmäßigkeiten der Niederschläge, charakteristisch für das Mittelmeerklima, verursachen starke zwischenjährliche Schwankungen des Wasserpegels. Neben den Becken, bei denen die sommerliche Trockenheit durch die Verwaltung herbeigeführt wird, existieren in den Marais du Vigueirat auch bestimmte Becken, deren Bewässerung ausschließlich von der Niederschlagsmenge abhängig ist.

Die Regelung der Wasserpegel der verschiedenen Wasserbecken des Standorts wird täglich durchgeführt. Die Wasserpegel der Becken werden wöchentlich seit 1988 durch die Verwaltung des Standorts mithilfe von ca. 50 Messstandorten verfolgt.

Es gibt zwei Ziele dieser wöchentlichen Beobachtungen:

  • Die wöchentliche Entwicklung des Wasserpegels der Becken der Marais du Vigueirat, des Kanals du Vigueirat und des Kanals d’Arles à Bouc kennen.
  • Die Übereinstimmung der Schwankungen des Wasserpegels überprüfen, mit Blick auf die die festgelegten Ziele für jedes Wasserbecken.